Die Rautengewächse (Rutaceae) sind eine faszinierende Pflanzenfamilie, die nicht nur eine wichtige Rolle in der Natur, sondern auch in unserem täglichen Leben spielt. Ihre 160 bis 170 Gattungen sind hauptsächlich in tropischen und subtropischen Regionen beheimatet und lassen sich in sieben Unterfamilien aufteilen:
- Unterfamilie der Aurantioideae
umfasst 33 Gattungen der Rutaceae - Unterfamilie der Cneoroideae
umfasst 7 Gattungen der Rutaceae - Unterfamilie der Dictyolomatoideae
umfasst 1 Gattung der Rutaceae - Unterfamilie der Flindersioideae
umfasst 3 Gattungen der Rutaceae - Unterfamilie der Rutoideae
umfasst 45 Gattungen der Rutaceae - Unterfamilie der Spathelioideae
umfasst 6 Gattungen der Rutaceae - Unterfamilie der Toddalioideae
umfasst etwa 50 Gattungen
Inhaltsverzeichnis
ToggleBesonderheiten der Rautengewächse
Rautengewächse verkörpern eine bemerkenswerte Kombination aus Schönheit, Nützlichkeit und Vielseitigkeit. Speziell eine Gattung der Familie ist diesbezüglich besonders vielfältig und weltweit prominent: die Zitruspflanzen.
Von ihren saftigen Zitrusfrüchten, die unseren täglichen Vitamin-C-Bedarf decken, bis zu ihren ätherischen Ölen, die in Parfums und Heilmitteln verwendet werden, bieten sie eine beeindruckende Bandbreite an Nutzungsmöglichkeiten.
Daneben gibt es unter den Rutaceae auch so manche beliebte Zierpflanze. Ihre Vielfalt in Wuchsform, Blüten und Früchten sowie ihre reichhaltigen Inhaltsstoffe machen die Pflanzenfamilie dabei zu einer unverzichtbaren Familie in der Botanik und darüber hinaus.
Aussehen und Wuchsform
Rautengewächse präsentieren sich hauptsächlich als Sträucher und kleine Bäume, wobei einige Arten auch als krautige Pflanzen vorkommen. Diese Pflanzen zeichnen sich durch ihre widerstandsfähige Struktur und ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedene klimatische Bedingungen aus.
Typische Merkmale der Wuchsform sind die wechselständigen Blätter, die häufig gefiedert oder zusammengesetzt sind. Bei einigen Arten, wie den Zitrusfrüchten, sind die Blätter immergrün und glänzend, was den Pflanzen eine attraktive Erscheinung verleiht.
Die Fruchtformen innerhalb der Rautengewächse sind äußerst vielfältig und umfassen Beeren, Kapseln und Steinfrüchte. Zitrusfrüchte bilden diesbezüglich sogenannte Panzerbeeren aus.
Diese Früchte zeichnen sich durch ihre leuchtenden Farben und den segmentierten Aufbau im Inneren aus, was sie sowohl optisch ansprechend als auch praktisch für den Verzehr macht. Jede Frucht enthält zahlreiche Saftzellen, die den charakteristischen Geschmack und das Aroma liefern.
Die Blüten der Rautengewächse sind oft klein, aber zahlreich und in dichten Blütenständen angeordnet. Sie sind typischerweise zwittrig, das heißt, sie enthalten sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane.
Die Blütenblätter sind meist weiß oder gelb und in einer sternförmigen Anordnung mit vier bis fünf Blütenblättern gruppiert. Diese Struktur macht die Blüten besonders attraktiv für Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge, was zur erfolgreichen Fortpflanzung und Fruchtbildung beiträgt.
Inhaltsstoffe und Wirkung
Ein herausragendes Merkmal der Rautengewächse sind ihre aromatischen Inhaltsstoffe, insbesondere die ätherischen Öle. Die Öle sind in speziellen Drüsenschuppen in den Blättern, Früchten und Blüten konzentriert. Sie verleihen vielen Rutaceae ihren Status als Duftpflanzen und machen ihr charakteristisches Aroma aus.
Zu den wichtigsten chemischen Verbindungen in diesen Ölen gehören Limonen, Hesperidin und Bergapten. Diese Stoffe haben vielfältige Anwendungen: Limonen werden oft in der Lebensmittelindustrie als Aroma und in der Kosmetik als Duftstoff verwendet; Hesperidin und Bergapten haben nachweislich gesundheitliche Vorteile, darunter entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften.
Zudem sind viele dieser Verbindungen auch als Duftöl in der Aromatherapie und als medizinische Wirkstoffe in der Naturheilkunde von Bedeutung, wo sie zur Förderung des Wohlbefindens und zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt werden.
Rutaceae der Unterfamilie Aurantioideae
Die wohl mit Abstand bedeutsamste Unterfamilie der Rautengewächse ist die der Aurantioideae. Denn sie umfasst die leckeren Zitrusfrüchte, darunter Zitrone, Limette, Bergamotte, Orange, Mandarine, Grapefruit und Pampelmuse.
Diese Pflanzen sind bekannt für ihre aromatischen Früchte, duftenden Blüten und vielfältigen Wuchsformen, die sie zu beliebten Zier- und Nutzpflanzen machen. Die Früchte variieren stark in Form, Größe, Farbe und Geschmack und können von grün über gelb bis hin zu orange und rot sehr farbenfroh sein.
Aurantioideae zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Gehölzen aus, die oft dornig sind und ledrige, glänzende Blätter tragen. Sie bevorzugen subtropische bis tropische Klimazonen mit warmem Klima und gut durchlässigen Böden.
Die Pflege dieser Pflanzen erfordert regelmäßiges Bewässern, besonders während der Trockenzeiten, und gelegentliches Düngen für eine optimale Fruchtbildung. Ein guter Standort mit viel Sonnenlicht fördert das Wachstum und die Fruchtreife.
Leider sind Aurantioideae anfällig für einige Krankheiten und Schädlinge. Aus diesem Grund ist eine gute Luftzirkulation und gegebenenfalls der Einsatz von Schutzmitteln wichtig.
Interessant ist, dass neben der eigentlichen Citrus-Gattung auch viele andere Aurantioideae das „Citrus“ oder gar den Namen einer speziellen Zitrusfrucht mit im Namen tragen. Daneben gehört auch eine wichtige asiatische Gewürzpflanze zu dieser Gruppe, nämlich der Currybaum. Hier ein Überblick zu den wichtigsten Vertretern:
- Balsamocitrus (Balsamocitrus)
- Bengalische Quitte (Aegle marmelos
- Calamondinorange (Citrofortunella)
- Currybaum (Bergera koenigii)
- Dreiblättrige Orange (Poncirus)
- Indischer Holzapfel (Limonia)
- Kumquat (Fortunella)
- Orangenraute (Murraya)
- Zitruspflanzen (Citrus)
Rutaceae der Unterfamilie Rutoideae
Die Stammgattung der Rutoideae, die Raute (Ruta), ist zugleich auch Stammgattung aller Rautengewächse. Ihre Wuchsbesonderheiten waren demnach ausschlaggebend für die Aufstellung der Pflanzenfamilie, wobei ihre Merkmale aber nicht allgemein gültig sind.
Rauten sind bekannt für ihre gefiederten Blätter und aromatischen Eigenschaften. Mit den ätherischen Ölen ihrer Blüten und Blätter steht sie in der Tat stellvertretend für die Familie der Rautengewächse.
Die Mitglieder der Unterfamilie sind für ihre robuste Natur und oft duftenden Blüten bekannt, die in verschiedenen Farben und Formen vorkommen können. Viele Arten haben medizinische oder kulinarische Verwendungen aufgrund ihrer ätherischen Öle und Bitterstoffe.
Rutoideae sind häufig in trockenen, kargen Regionen anzutreffen. Man kultiviert sie deshalb, wie auch viele anderen Rautengewächse, vornehmlich als Zimmerpflanzen. Ihre Verbreitungsgebiete existieren weltweit, mit Schwerpunkten in mediterranen Regionen, Australien und Südafrika.
Rutaceae der Unterfamilie Toddalioideae
Zur Unterfamilie Toddalioideae gehört einige Gehölze, die gerne als Zierpflanzen kultiviert werden. Eine relativ bekannte Gattung ist hier die Skimmie, die ein beliebter Zierstrauch in Gärten und Parks ist.
Skimmien werden für ihre duftenden Blüten und dekorativen Beeren geschätzt. Sie ist in den gemäßigten Regionen Asiens beheimatet und besticht als Zierpflanze durch ihren kompakten Wuchs, der sie als Bodendecker für den Gehölzrand prädestiniert.
Insgesamt sind Toddalioideae in der Regel immergrüne Sträucher und Kleinbäume, die oft kleine, duftende Blüten tragen oder auch duftendes Holz bilden. In diesem Zusammenhang sei das Venezuela-Sandelholz genannt, das eine Variante von Sandelholz darstellt.
Es fällt auf, dass viele Toddalioideae den Namen eines, nicht näher mit den Rautengewächsen verwandten Baumes tragen. Entsprechende Ähnlichkeiten im Aussehen können demnach vorhanden sein. Wichtige Gattungen der Unterfamilie sind:
- Brennender Busch / Diktam (Dictamnus)
- Kleeulme (Ptelea)
- Korallenraute (Boronia)
- Korkbaum (Phellodendron)
- Orangenblume (Choisya)
- Paraguay-Jaborandi (Pilocarpus pennatifolius)
- Skimmie (Skimmia)
- Stinkesche (Tetradium)
- Venezuela-Sandelholz (Amyris balsamifera)
Fazit
Rautengewächse bilden eine vielfältige Pflanzenfamilie, die für ihre aromatischen Eigenschaften, ätherischen Öle und medizinischen Anwendungen bekannt sind. Diese Gewächse sind weltweit verbreitet, von tropischen bis gemäßigten Klimazonen.
Ihre wirtschaftliche Bedeutung reicht von Nahrungsmittel-, Duft- und Gewürzpflanzen bis hin zu Garten- und Zierpflanzen. In der Medizin werden sie aufgrund ihrer Inhaltsstoffe zur Behandlung verschiedener Krankheiten genutzt.
FAQ – Häufige Fragen zu Rautengewächsen
Welche Pflanzen gehören zur Familie der Rutaceae?
Die Rautengewächse umfassen eine Vielzahl von Pflanzenarten, darunter Zitrusfrüchte wie Orangen, Zitronen, Grapefruits und Mandarinen. Zierpflanzen, Duftpflanzen und Gewürze wie die Skimmie, Bergamotte und der Currybaum gehören dazu.
Welche Merkmale kennzeichnen die Rutaceae?
Typische Merkmale der Rutaceae sind ölhaltige Drüsen in den Blättern und oft auch in der Rinde, die ätherische Öle produzieren. Die Blätter sind meist gegenständig angeordnet und haben oft einen charakteristischen Duft. Viele Arten haben kleine, meist fünfzählige Blüten mit freien oder verwachsenen Blütenblättern.
Welche ökologische Bedeutung haben Rautengewächse
Rautengewächse sind oft wichtige Nahrungspflanzen für Tiere und unterstützen die Biodiversität. Zitrusfrüchte sind eine bedeutende Nahrungsquelle für den Menschen und dienen vielen Tieren als Lebensraum und Nahrung. Duftende Rutaceae-Arten sind oft für Bestäuber attraktiv und tragen zur ökologischen Vielfalt bei.
Welche Nutzung haben Rautengewächse für den Menschen?
Rautengewächse haben eine Vielzahl von Nutzungen. Zitrusfrüchte sind eine wichtige Quelle für Vitamin C und werden weltweit als Nahrungsmittel konsumiert. Duftende Rutaceae-Arten finden Verwendung in der Parfümerie und Aromatherapie. Einige Arten werden auch in der traditionellen Medizin für ihre heilenden Eigenschaften genutzt.
Wo sind Rutaceae-Pflanzen verbreitet?
Rutaceae sind weltweit verbreitet und kommen in verschiedenen Klimazonen vor, hauptsächlich in den gemäßigten und tropischen Regionen der Erde. Zitrusfrüchte sind typisch für subtropische und tropische Regionen, während duftende Arten wie Lavendel eher in gemäßigten Zonen anzutreffen sind.
Kann man Rautengewächse auch in gemäßigten Klimaregionen pflanzen?
Ja, einige Rautengewächse können durchaus in gemäßigten Klimazonen angebaut werden. Beispielsweise sind Zitrusfrüchte wie Zitronen und Orangen in gemäßigten Regionen mit milden Wintern und warmen Sommern kultivierbar. Sie benötigen jedoch Schutz vor Frost und bevorzugen sonnige Standorte.
Auch duftende Rautengewächse wie Lavendel und Eisenkraut gedeihen gut in gemäßigten Klimazonen und sind oft winterhart. Die Anpassungsfähigkeit variiert jedoch je nach Art und den spezifischen klimatischen Bedingungen der Region.
Sind Rautengewächse winterhart?
Die Winterhärte von Rautengewächsen variiert je nach Art. Einige Arten, wie zum Beispiel Lavendel und einige Zitrusarten in milden Klimazonen, sind relativ winterhart und können leichte Fröste überstehen. Andere Arten, insbesondere solche aus subtropischen oder tropischen Regionen, sind empfindlicher gegenüber Kälte und benötigen Schutz vor Frost.
Generell sind viele Rautengewächse an warme Temperaturen und sonnige Standorte angepasst, während einige in gemäßigten Klimazonen erfolgreich kultiviert werden können, vorausgesetzt sie erhalten ausreichend Schutz vor kalten Temperaturen.
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