Die Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) beinhaltet einige wohlbekannte Nutzpflanzen, zu denen neben den vielseitigen Arten des Kürbisses auch die Zucchini, Gurke und Melone gehören. Sogar der Luffaschwamm, ein inzwischen äußerst beliebter Pflegeartikel ist botanisch gesehen ein Kürbisgewächs.
Es wird ersichtlich, dass die Wuchsformen der Cucurbitaceae äußerst vielfältig sind. Dabei lassen sich die 130 Gattungen und rund 800 Arten der Pflanzenfamilie in zwei Unterfamilien einteilen:
- Unterfamilie der Nhandiroboideae
umfasst 19 Gattungen der Cucurbitaceae
- Unterfamilie der Cucurbitoideae
umfasst 111 Gattungen der Cucurbitaceae
Inhaltsverzeichnis
ToggleBesonderheiten der Kürbisgewächse
Kürbisgewächse sind eine vielfältige Pflanzenfamilie, die eine beeindruckende Nutzungs- und Anwendungsgeschichte aufweist. Die Familie umfasst eine breite Palette von Stauden, darunter Kürbisse, Zucchinis, Gurken, Melonen und viele mehr.
Die Geschichte der Nutzung von Kürbisgewächsen reicht weit zurück und spiegelt sich in verschiedenen Kulturen und Regionen auf der ganzen Welt wider. Es wird angenommen, dass sie bereits in der Antike, also vor mehr als 5.000 Jahren, als Nahrungsmittel, Medizin und für andere Zwecke verwendet wurden.
Herkunft und Kulturgeschichte
Der Ursprung der Kürbisgewächse wird auf die tropischen und subtropischen Regionen Afrikas und Asiens zurückgeführt. Von Asien aus gelangten Cucurbitaceae wahrscheinlich durch die Wanderungsbewegungen amerikanischer Ureinwohner nach Amerika.
Es wird angenommen, dass die frühen menschlichen Siedler, die vor Tausenden von Jahren über die Beringstraße nach Amerika kamen, Samen von Kürbisgewächsen mit sich führten und diese dann in Amerika anbauten. Diese Pflanzen wurden dann von den amerikanischen Ureinwohnern kultiviert und spielten eine wichtige Rolle in ihrer Ernährung und Kultur.
Die (Wieder-)Entdeckung Amerikas führte im 16. und 17. Jahrhundert kam es schließlich zur Verbreitung von Kürbisgewächsen in Europa, wo sie schnell an Beliebtheit gewannen und in die lokale Küche und Heilkunst integriert wurden.
Aussehen und Wuchs
Optisch fallen viele Cucurbitaceae durch ihre handförmigen Blätter, ihre riesenhaften Beerenfrüchte sowie ihre neckisch geschraubten Sprossranken auf. Die überwiegend weiß oder gelb gefärbten Zwitterblüten sind ebenfalls sehr eindrucksvoll und verleihen den Kürbisgewächsen neben ihrem häufig vorhandenen Nutzfaktor auch einen gewissen Zierwert.
Aufgrund ihrer meist tropischen Herkunft sind die wenigsten Gattungen und Arten der Kürbisgewächse winterhart. Sie werden darum normalerweise saisonal im Garten angebaut, wobei lichtreiche Standorte zu bevorzugen sind.
Nutzung und Anwendung
Die früheste bekannte Verwendung von Kürbisgewächsen durch den Menschen reicht bis in die Antike zurück, wo sie als Gemüsepflanzen, Heilpflanzen und sogar als Werkzeug verwendet wurden. Die Vielseitigkeit dieser Pflanzenfamilie machte sie zu einem wichtigen Bestandteil der menschlichen Ernährung und Kultur.
In der Antike wurden Kürbisse und andere Mitglieder der Cucurbitaceae als nahrhafte Nahrungsmittel geschätzt, die reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen sind. Sie wurden sowohl roh als auch gekocht verzehrt und bildeten die Grundlage für viele traditionelle Gerichte auf der ganzen Welt.
Darüber hinaus wurden Kürbisgewächse in der Vergangenheit auch für nicht-nahrhafte Zwecke verwendet. Die harte Schale von Kürbissen und Melonen diente als Behälter oder Gefäß, während die Fasern der Pflanzen zur Herstellung von Seilen, Matten und anderen Materialien Anwendung fanden.
Die heutige Nutzung von Kürbisgewächsen erstreckt sich über eine Vielzahl von Anwendungen. Neben ihrer Verwendung als Nahrungsmittel werden Kürbisse und andere Mitglieder der Familie auch für dekorative Zwecke geschätzt. Besonders im Herbst sind Kürbisse als Dekoration für Halloween und Erntedankfest beliebt, wobei sie zu kunstvollen Schnitzereien und Dekorationen verarbeitet werden.
In der modernen Küche werden Kürbisgewächse in einer Vielzahl von Gerichten verwendet, von Suppen und Eintöpfen bis hin zu Salaten und Desserts. Ihr einzigartiger Geschmack und ihre Textur machen sie zu beliebten Zutaten in der vegetarischen und veganen Küche.
Allen voran der Pumpkin Pie ist hier ein eindrucksvolles Beispiel für die historische Nutzung des wohl berühtesten Kürbisgewächses als Lebensmittel. Des Weiteren werden Kürbisgewächse auch für die Herstellung von Saft, Eingemachtem wie Marmelade und anderen Lebensmitteln verwendet.
Inhaltsstoffe und Wirkung
In der heutigen Gesellschaft gewinnen Kürbisgewächse auch aufgrund ihrer ernährungsphysiologischen Vorteile an Bedeutung. Sie sind reich an Antioxidantien, Vitaminen und Mineralstoffen, die zur Förderung der Gesundheit beitragen können.
Zucchinis und Gurken werden oft als kalorienarme Optionen für eine ausgewogene Ernährung empfohlen. Kürbisse sind dagegen für ihre entzündungshemmende, immunstärkende sowie herz- und gefäßstärkende Wirkung bekannt.
Im Laufe der Geschichte fanden Kürbisgewächse auch Anwendung in der Medizin. Verschiedene Teile der Pflanzen, wie Blätter, Früchte und Samen, wurden aufgrund ihrer heilenden Eigenschaften genutzt.
In einigen Kulturen galten Cucurbitaceae als Mittel gegen verschiedene Krankheiten und Beschwerden, von Magenproblemen bis hin zu Hauterkrankungen. Hier noch einmal die wichtigsten Inhaltsstoffe von Kürbisgewächsen im Überblick:
- Vitamine: Kürbisgewächse sind eine gute Quelle für verschiedene Vitamine, darunter Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E und verschiedene B-Vitamine. Diese Vitamine sind wichtig für das Immunsystem, die Hautgesundheit, die Sehkraft und den Stoffwechsel.
- Mineralstoffe: Kürbis und Co. enthalten Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Eisen und Zink. Diese Mineralstoffe spielen eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalts, der Muskel- und Nervenfunktion sowie der Bildung roter Blutkörperchen.
- Ballaststoffe: Cucurbitaceae sind reich an Ballaststoffen, die die Verdauung fördern, das Sättigungsgefühl erhöhen und den Blutzuckerspiegel stabilisieren können. Ballaststoffe sind wichtig für eine gesunde Darmfunktion und können helfen, das Risiko für verschiedene Krankheiten zu reduzieren.
- Antioxidantien: Kürbisgewächse enthalten eine Vielzahl von Antioxidantien, darunter Beta-Carotin, Lutein und Zeaxanthin. Diese Antioxidantien schützen die Zellen vor Schäden durch freie Radikale und können dazu beitragen, das Risiko für chronische Krankheiten zu verringern.
Kürbisgewächse der Unterfamilie Nhandiroboideae
Die Gattungen und Arten der Nhandiroboiden sind in den tropischen bis subtropischen Gebieten Afrikas, Asiens und Südamerikas beheimatet. Sie zeichnen sich durch verzweigte Ranken, dreigriffelige Blüten und verhältnismäßig wenige Samenanlagen aus. Außerdem besitzen sie gestreifte und tricolpate Pollenkörner, die mit einem Durchmesser von 40 Mikrometern relativ klein sind.
Erforscht sind die tropischen Nhandiroboideae bislang kaum. Die wenigen, halbwegs gut bekannten Arten fallen jedoch durch äußerst extravagante Pflanzenmerkmale auf. So besitzt die ziervolle Alsomitra beispielsweise geflügelte Samenschalen, die einen Durchmesser von ganzen 25 cm erreichen. Die schmetterlingsartigen Samenflügel erinnern stark an jene der Ahornsamen, sind jedoch wesentlich feiner und haben eine durchsichtige Membran.
Das auch als Jiaogulan bekannte Unsterblichkeitskraut wiederum tut sich durch seine beachtliche Zahl an Saponinen hervor, deretwegen die Pflanze als TCM-Kraut in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Heilmittel gegen Magen-Darm-Entzündungen, Luftröhrenentzündungen, Blutvergiftungen und Leberkrankheiten wie Hepatitis verwendet wird.
Der heilpflanzlichen Bedeutung, die vielen Kürbisgewächsen anheim ist, wird Jiaogulan damit vollends gerecht. Insgesamt zählen zu den Nhandiroboidengewächsen folgende Gattungen:
- Actinostemma (Actinostemma)
- Alsomitra (Alsomitra)
- Bayabusua (Bayabusua)
- Bolbostemma (Bolbostemma)
- Chalema (Chalema)
- Cyclantheropsis (Cyclantheropsis)
- Gerrardanthus (Gerrardanthus)
- Hemsleya (Hemsleya)
- Jiaogulan (Gynostemma)
- Neoalsomitra (Neoalsomitra)
- Pseudosicydium (Pseudosicydium)
- Pteropepon (Pteropepon)
- Sicydium (Sicydium)
- Siolmatra (Siolmatra)
- Xerosicyos (Xerosicyos)
- Zanonia (Zanonia)
- Zygosicyos (Zygosicyos)
Kürbisgewächse der Unterfamilie Cucurbitoideae
In dieser Unterfamilie tummeln sich die allseits beliebten Stars unter den Kürbisgewächsen. Hier finden sich namhafte Gemüsesorten wie die Arten des Kürbisses, der Zucchini, Cucuzza und Gurke wieder, die bei uns seit ihrer Einbürgerung als traditionelle Nutzpflanzen gelten.
Neben tropischen bis subtropischen Vertreten der Cucurbitoideae gibt es jedoch auch Gattungen und Arten, die im Mittelmeerraum oder in den gemäßigten Zonen Europas heimisch sind. Zu ihnen zählt zum Beispiel die mediterrane Spritzgurke sowie die Zaunrübe.
Gemeinsam ist den Cucurbitoiden, dass sie im Vergleich zu den Nhandiroboiden sehr große Pollenkörner mit einem Durchmesser von bis zu 200 Mikrometern besitzen. Die Blüten der Cucurbitoidengewächse sind in der Regel ebenfalls deutlich größer.
Ein charakteristisches Merkmal vieler Cucurbitoideae sind die überdimensionalen Beerenfrüchte ihrer Arten, welche meist eine grüne bis grün gestreifte, gelbe oder orange Färbung besitzen. Gewächse wie der Zier- oder Flaschenkürbis beeindrucken zudem durch eine extravagante Fruchtform.
Eine weitere Eigenheit der Cucurbitoiden ist, dass innerhalb einer Gattung sehr unterschiedliche Varianten existieren. Beispielsweise handelt es sich bei der Zucchini um eine Kürbisart, die sich in Geschmack und Aussehen aber gänzlich von ihren Artgenossen unterscheidet.
Gleiches gilt für die Zuckermelone. Das Kürbisgewächs gehört zur Gattung der Gurken und ist mit diesen somit näher verwandt als mit seinem Namensvetter, der Wassermelone. Einige für die Kultivierung als Nutz- oder Zierpflanze besonders interessant Cucurbitoideae haben wir nachstehend für Sie festgehalten:
- Flaschenkürbis (Lagenaria)
- Gurke / Zuckermelone (Cucumis)
- Kürbis / Zucchini (Cucurbita)
- Schlangenhaargurke (Trichosanthes)
- Schwammkürbis (Luffa)
- Spritzgurke (Ecballium)
- Stachelgurke (Echinocystis)
- Wachskürbis / Wintermelone (Benincasa)
- Wassermelone / Zitrulle (Citrullus)
- Zaunrübe (Bryonia)
Fazit
Die meist tropischen Kürbisgewächse wünschen sich sonnige Standorte und sind in unseren Breitengraden für gewöhnlich einjährige Nutz- oder Zierpflanzen. Neben den Klassikern Kürbis, Gurke und Zucchini, deren Arten bereits eine unglaubliche Varietät aufweisen, gibt es dabei noch eine Vielzahl anderer Cucurbitaceae zu entdecken.
Diese bestechen mit eindrucksvollen Wuchsformen und gedeihen manchmal nicht nur in tropischen bzw. subtropischen, sondern auch in gemäßigten oder mediterranen Klimazonen. Wer also etwas Neues ausprobieren möchte oder auf der Suche nach Pflanzen mit einmaligem Zierwert ist, der wird bei den Kürbisgewächsen sicher fündig.
FAQ – Häufige Fragen zu Kürbisgewächsen
Wann ist die beste Zeit, Kürbisgewächse zu pflanzen?
Pflanzen Sie Kürbisgewächse nach dem letzten Frost, wenn der Boden mindestens 15°C warm ist. Idealerweise erfolgt die Aussaat im späten Frühling oder frühen Sommer. Kürbisse benötigen viel Sonnenlicht und einen warmen Boden für optimales Wachstum.
Wie pflege ich Kürbisgewächse während der Wachstumsperiode?
Kürbisse benötigen regelmäßig Wasser, besonders während der Fruchtbildung. Gießen Sie die Pflanzen am besten früh am Tag, um Schimmelbildung zu vermeiden. Düngen Sie regelmäßig mit einem ausgewogenen Dünger, um das Wachstum zu fördern. Auch das Entfernen von Unkraut und das Mulchen helfen, die Feuchtigkeit zu halten und die Pflanzen gesund zu halten.
Wie erkenne ich, ob ein Kürbis reif ist?
Ein Kürbis ist reif, wenn die Schale hart und nicht mehr durchdringbar ist. Achten Sie auf die Farbe: Sie sollte je nach Sorte tief und gleichmäßig sein. Klopfen Sie leicht auf den Kürbis; ein hohler Klang deutet auf Reife hin. Schneiden Sie den Kürbis mit einem scharfen Messer von der Pflanze ab, wobei ein kleiner Stielansatz verbleiben sollte.
Wie lagere ich Kürbisgewächse richtig?
Lagern Sie Kürbisse an einem kühlen, trockenen und gut belüfteten Ort. Ideal ist eine Temperatur von etwa 10-15°C. Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und hohe Feuchtigkeit. Bei richtiger Lagerung können viele Kürbissorten mehrere Monate lang frisch bleiben.
Was sind häufige Schädlinge und Krankheiten bei Kürbisgewächsen?
Häufige Schädlinge sind Kürbisfruchtfliegen, Schnecken und Spinnmilben. Krankheiten wie Echter Mehltau oder Falscher Mehltau können ebenfalls auftreten. Um diese Probleme zu minimieren, achten Sie auf gute Belüftung, regelmäßige Kontrolle der Pflanzen und verwenden Sie bei Bedarf geeignete biologische Mittel oder Insektizide.
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